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"Würden gerne noch mehr tun": Ossenberger werden Klimaschützer

Rheinberger Kreisligist nimmt derzeit an "Klima Challenge Ruhr" des Regionalverband Ruhr teil

09.03.2019
Die Ossenberger Vorstandmitglieder auf ihrem Platz (v.li.): Burghard Kretschmer, Dennis Tenge und Werner Lampatz.
Die Ossenberger Vorstandmitglieder auf ihrem Platz (v.li.): Burghard Kretschmer, Dennis Tenge und Werner Lampatz. - Foto: privat

„Fridays for Future“: Jeden Freitag protestieren in ganz Deutschland Schüler für mehr Klimaschutz. Ihr Vorbild ist die gerade 16 Jahre alt gewordene Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Schulstreik für das Klima inzwischen weltbekannt geworden ist und im Dezember vorigen Jahres sogar eine vielbeachtete Rede bei der UN-Klimakonferenz im polnischen Katowice hielt.

Schon etwas älter sind die Umweltaktivisten von Concordia Ossenberg, an vorderster Front: Burghard Kretschmer, erster Vorsitzender des Kreisligisten. Fast sechs Jahre ist es her, seit sie in Rheinberg damit begonnen haben, mit kleinen Maßnahmen etwas für den Erhalt der Natur zu tun. Nun macht der kleine Verein vom Niederrhein auch bei der "Klima Challenge Ruhr" mit.

Ab dem heutigen Samstag, 9. März, geht es los, dann können Teilnehmer in dem vom Regionalverband Ruhr (RVR) ausgerufenen Wettbewerb quasi grüne Punkte sammeln. 50.000 Euro werden insgesamt ausgeschüttet, bis jetzt haben über 100 Schulen, Kindergärten, Initiativen oder Vereine ihren Beitrag eingereicht. Abstimmen kann jeder, der sich auf der Seite ruhr2022.de registriert.

Concordia Ossenbergs Projekt hat die Nummer 45, den Rheinbergern ist ein Licht aufgegangen. Zunächst wurden im Sportcenter an der Kapellenfeldstraße sowie am Fußballplatz an der Schlossstraße die stromfressenden Leuchtstofflampen gegen moderne, energiesparende LEDs eingetauscht. So konnte der Energieverbrauch bereits um 30 Prozent gesenkt werden. Nun sollen die Lampen im Altbau an der ehemaligen Grundschule folgen, das kostet fast 7.000 Euro.

„Dass wir ausgewählt werden, hatten wir gar nicht gedacht“, erklärte Burghard Kretschmer in der Neuen Rhein Zeitung. Und gegenüber FUSSBALL.DE kündigt er an: „Wir wollen gerne noch mehr tun, aber es geht alles natürlich nur nach und nach.“

Wie bei den meisten anderen Amateurklubs, ist auch in Ossenberg das Geld knapp. Der 1923 gegründete und 1982 aus einem Zusammenschluss mit dem TuS Borth neu entstandene SV Concordia hat heute viel mehr zu bieten als nur Fußball. Mit Gesundheitskursen, Rehasport und ähnlichen Angeboten nimmt er einen wichtigen gesellschaftlichen Stellenwert in Rheinberg ein. Die Fußballabteilung derweil besteht aus neun Teams, davon sieben in der Jugend.

Hier hat Burghard Kretschmer früher von den Bambini an selbst gekickt, dann schließt sich der gebürtige Duisburger später in der Jugend dem SV Beeckersweerth und dem VvfB Ruhrort Laar an. Als er zur Bundeswehr muss, ist es mit dem aktiven Fußball vorbei. Nach dem Wehrdienst zieht er von Duisburg nach Rheinberg und wird 1987 Trainer bei Concordia Ossenberg. 1989 erwirbt er seinen Übungsleiterschein und treibt die Entwicklung zu einem Mehrspartenverein voran. „Inzwischen haben wir 1.700 Mitglieder“, sagt Burghard Kretschmer nicht ohne Stolz.

Seit 20 Jahren ist er im Ossenberger Vorstand ehrenamtlich tätig, 2005 übernimmt er den Posten des ersten Vorsitzenden. Ende dieses Monats geht der Finanzbeamte in den Ruhestand, dann hat er noch mehr Zeit für Concordia. Kürzlich trafen sich zahlreiche Klubmitglieder an der Schlossstraße, um den Rasenplatz nach dem Winter für die restliche Saison bespielbar zu machen. Maulwürfe hatten mal wieder ganze Arbeit geleistet und das Grün mit Hügeln übersät. „Dann packen alle an“, freut sich Burghard Kretschmer über den Zusammenhalt im Verein.

So hat die erste Mannschaft endlich bald wieder ein echtes Heimspiel. Wenn der Herbst kommt, müssen die Ossenberger nämlich auf die Asche im Underberg-Stadion des Nachbarn TuS 08 Rheinberg ausweichen. „Das ist natürlich nicht optimal, aber wir sind froh und dankbar, dass uns der TuS 08 diese Möglichkeit bietet“, sagt Burghard Kretschmer.

Dass durch die Teilnahme an der Klima Challenge Ruhr so viel Geld hereinkommt, dass sich die Ossenberger bald einen Kunstrasen bauen können, ist utopisch. Ihr Weg ist einer der kleinen Schritte – natürlich auch in Sachen Umweltschutz. Punkte sammeln können sie zum Beispiel auch durch Fahrrad fahren. Kultfigur Burghard Kretschmer geht da gerne wieder voran. Er wird ja jetzt Vorruheständler und hat Zeit.

Zum Projekt "Klima Challenge Ruhr"

Text: Heiko Buschmann

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