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Zweiter Sieg hintereinander: Oberligist TV Jahn Hiesfeld sieht wieder Land

21. Spieltag: Der Tabellenvorletzte aus Dinslaken macht den Abstiegskampf nun noch spannender

25.02.2019
Die Spieler des TV Jahn Hiesfeld (dunkle Trikots) stehen zwar weiter auf dem 17. und vorletzten Tabellenplatz, haben aber nun die Nichtabstiegsplätze im Blick.
Die Spieler des TV Jahn Hiesfeld (dunkle Trikots) stehen zwar weiter auf dem 17. und vorletzten Tabellenplatz, haben aber nun die Nichtabstiegsplätze im Blick. - Foto: Volker Nagraszus/Archivfoto

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 21. Spieltag am vergangenen Wochenende, 23./24. Februar.

Die Regionalliga rückt immer näher: Der souveräne Spitzenreiter VfB Homberg hat am 21. Spieltag der Oberliga Niederrhein seinen Vorsprung auf zehn Punkte ausgebaut. Während die Duisburger ihre Aufgabe mit einem starken 4:1-Sieg bei Germania Ratingen lösten, strauchelten die Verfolger Baumberg und Velbert. Im Kampf um den Klassenerhalt ist hingegen Jahn Hiesfeld das Team der Stunde.

Bereits am Samstag feierten die Dinslakener mit einem 2:0 (1:0) über die Spielvereinigung Schonnebeck den zweiten Sieg in Folge im neuen Jahr. Kevin Menke, letzte Woche dreifacher Torschütze beim überraschenden 4:3-Sieg in Baumberg, brachte den TV Jahn gegen die Essener in der 44. Minute in Führung. Kevin-Dean Krystofiak besorgte in der 58. Minute den 2:0-Endstand. Mit 19 Punkten bleiben die „Veilchen“ zwar Vorletzter, der Abstand zum retten Ufer beträgt aber nur drei Punkte.

Über dem Strich stehen der SC Velbert und SC West jeweils mit 22 Punkten. Beide Teams feierten jeweils 2:0-Siege, der Aufsteiger Velbert beim wohl auch durch den neuen Trainer Christian Mikolajczak nicht mehr zu rettenden Schlusslicht FSV Duisburg und die Düsseldorfer gegen Oberliga-Neuling Union Nettetal. Ab Platz zehn darf sich niemand sicher fühlen, somit überraschend auch die eigentlich weiter oben erwarteten Schonnebecker.

In der Abstiegsverlosung ist nach wie vor auch der ETB. Am Essener Uhlenkrug war man am Sonntag sicherlich mit dem Ergebnis zufrieden, ein 1:1 (1:1) gegen den Tabellenzweiten Baumberg ist keine schlechte Ausbeute, doch die Umstände der Partie waren nichts für schwache Nerven. Nachdem Ali Can Ilbay die Sportfreunde per Elfmeter in Führung gebracht hatte (23.) und Marvin Ellmann (38.) ebenfalls vom Punkt ausglich, geriet das Geschehen aus dem Ruder. Schiedsrichter Jonathan Becker verteilte gleich vier Rote Karten, dafür drei für die Gastgeber: Bünyamin Sahin musste nach einem Handspiel als erster Akteur vom Platz, in der Schlussphase folgten noch Alessandro und Girolamo Tomasello, auf Baumberger Seite verabschiedete sich Roberto Guirino vorzeitig in die Kabine. „Wir haben uns den Punkt, trotz der drei Roten Karten, erkämpft. Aufgrund der kuriosen Umstände ist das Remis für uns wichtig“, sagte ETB-Coach Manfred Wölpper nach dem Abpfiff.

Drei Platzverweise sahen die Zuschauer beim Spitzenspiel zwischen der SSVg Velbert und dem 1. FC Bocholt, das die Gäste schließlich mit 2:0 (0:0) für sich entschieden. André Bugla hatte Bocholt in der 50. Minute in Führung gebracht, ehe eine Viertelstunde später der Unparteiische Jörg Jörissen den ersten Akteur vom Feld schickte: Velberts Leroy-Jacques Mickels sah nach einer Grätsche gegen den Bocholter Marc Beckert Rot – schon die dritte Hinausstellung für den Torjäger. Als in der Schlussphase Pascale Talarski wegen Meckerns und Manuel Schiebener nach wiederholtem Foulspiel jeweils die „Ampel“ sahen, war Velbert nur noch zu Acht auf dem Platz. Nick Buijl nutzte die Überzahl aus und besorgte in der 89. Minute das 2:0 für Bocholt.

Der 1. FC schloss mit dem Auswärtsdreier punktemäßig mit Baumberg gleich – und hat seine Ambitionen auf den Aufstieg auch formell deutlich gemacht. „Wir sind dem Team und unseren Sponsoren schuldig, uns um die Regionalliga-Lizenz zu bewerben. Unser Ziel ist und bleibt es, in diese Spielklasse aufzusteigen“, wird Ludger Triphaus, Präsident des 1. FC Bocholt, auf der klubeigenen Homepage zitiert. „Auch wenn der Abstand auf den Tabellenführer Homberg aktuell relativ groß ist, wollen wir gewappnet sein, wenn die Konkurrenten straucheln. Wir geben uns noch lange nicht geschlagen.“

Spitzenreiter Homberg zeigt sich von derlei Kampfansagen unbeeindruckt. In Ratingen musste der VfB noch nicht einmal an seine Grenzen gehen, um mit 4:1 als Sieger vom Platz zu gehen. „Das Spiel war nicht so klar wie das Ergebnis“, befand Hombergs Trainer Stefan Janßen nachher. Ratingens Coach Alfonso del Cueto hingegen lobte den Ligaprimus: „Man hat die Klasse von Homberg deutlich gesehen. Es war ein sehr kampfbetontes Spiel. Der Knackpunkt war das 1:2 aus unserer Sicht.“

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Text: Heiko Buschmann

Danny Rankl (gelbes Trikot) trifft in der 90. Minute und schießt Tabellenführer VfB Homberg zum 3:2-Sieg.
Danny Rankl (gelbes Trikot) trifft in der 90. Minute und schießt Tabellenführer VfB Homberg zum 3:2-Sieg. - Foto: Volker Nagraszus/Archivfoto

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 20. Spieltag am vergangenen Wochenende, 16./17. Februar.

Mit einem Krimi ist die Oberliga Niederrhein aus dem Winterschlaf erwacht. Im ersten Punktspiel des neuen Jahres musste sich dabei der Tabellenzweite Sportfreunde Baumberg überraschend dem Kellerkind Jahn Hiesfeld mit 3:4 (1:2) geschlagen geben. Weil auch die Verfolger 1. FC Bocholt (2:2 gegen Kleve) und SSVg Velbert (0:1 bei TuRU Düsseldorf) zum Auftakt in die restliche Rückrunde Punkte liegen ließen, geht der Spitzenreiter VfB Homberg als Sieger des 20. Spieltags hervor.

Eine Woche nach dem bitteren Aus im Viertelfinale des RevierSport-Niederrheinpokals gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV (0:1) lösten die Duisburger ihre Pflichtaufgabe daheim auf dem Kunstrasenplatz vor dem PCC-Stadion aber nur mühsam mit 3:2 (1:2) gegen Schwarz-Weiß Essen. Zweimal musste der Tabellenführer dabei einem Rückstand hinterherlaufen. Malek Fakhro brachte den ETB bereits nach vier Minuten in Führung, Patrick Dertwinkel konnte zwar in der 25. Minute per Elfmeter ausgleichen, doch die Gäste schlugen durch Bünyamin Sahin (1:2, 41.) zurück. Erneut Patrick Dertwinkel (2:2, 60.) und in der Schlussminute Torjäger Danny Rankl sorgten dafür, dass der für den bisher so erfolgreichen VfB der Start ins neue Jahr nicht vollends in die Hose ging.

„Das war eine unserer schlechtesten Saisonleistungen“, befand Hombergs Trainer Stefan Janßen trotz des Dreiers, der seine Truppe nunmehr acht Punkte Vorsprung auf die Sportfreunde Baumberg einbringt. „Das ist sehr bitter für uns“, erklärte derweil ETB-Coach Manfred Wölpper nach dem Abpfiff. „Wir waren nah dran und bekommen dann mit dem Schlusspfiff das entscheidende Gegentor.“

Für die Essener haben sich die Karten im Kampf um den Klassenerhalt aber durch die erwartbare, wenngleich unglückliche Niederlage nicht wirklich verschlechtert. Im direkten Duell nahmen sich der SC Düsseldorf-West und der SC Velbert (2:2) die Punkte gegenseitig weg und der runderneuerte VfB Speldorf verpasste unter dem neuen Trainer Ryoji Ishikawa einen Befreiungsschlag gegen den FSV Duisburg. Das Schlusslicht erkämpfte sich unter dem Ex-Speldorfer und neuen Coach Christian Mikolajczak ein 1:1 in Mülheim.

Hiesfelds Kevin Menke trifft beim 4:3-Erfolg in Baumberg drei Mal.
Hiesfelds Kevin Menke trifft beim 4:3-Erfolg in Baumberg drei Mal. - Foto: FUSSBALL.DE

In Baumberg war Kevin Menke der gefeierte Mann des Tages. Mit drei Treffern, darunter das 4:3-Siegtor drei Minuten vor Schluss, schoss der nun neunmalige Goalgetter den TV Jahn aus der Krise. Einen unglücklichen Nachmittag verbrachte hingegen Louis Klotz. Der Baumberger brachte zwar seine Sportfreunde schon nach sieben Minuten in Führung, durfte aber bereits eine Viertelstunde später wegen einer Gelb-Roten Karte duschen gehen. Hiesfeld drehte mit einem Doppelschlag (36./38.) zum ersten Mal die Partie, gab aber unmittelbar vor der Pause die Überzahl aus der Hand: Joshua Kudu verabschiedete sich mit einer „Ampel“ ebenfalls vom Geschehen.

Baumberg reagierte prompt und kehrte direkt nach der Pause durch Jannik Weber und Kosi Saka per Elfmeter das Ergebnis auf 3:2 um. Doch für den geplanten Heimsieg reichte es nicht: Nasrullah Dedemen glich nach einer Stunde zum 3:3 aus, bevor Menke erneut zuschlug.

Die Torjägerliste der Oberliga Niederrhein:

1. Danny Rankl (VfB Homberg)
1. Robin Hömig (Sportfreunde Baumberg) je 16 Tore

3. Leroy-Jacques Mickels (SSVg Velbert 02) 13 Tore

4. Talha Demir (VfB 03 Hilden) 12 Tore

5. Said Harouz (TSV Meerbusch)
5. Jacub Przybylko (TuRU Düsseldorf) je 11 Tore

7. Patrick Dertwinkel (VfB Homberg)
7. Dennis Wibbe (VfB Homberg)
7. Kevin Menke (TV Jahn Hiesfeld) je 9 Tore

Fast noch größer war der Ärger in Velbert. Statt gleich zur großen Aufholjagd auf Homberg auszurufen, verpatzte die SSVg den nervenaufreibenden Auftakt an der Düsseldorfer Feuerbachstraße. Erst in der Nachspielzeit netzte Christopher Krämer zum 1:0 für TuRU ein. „Das ist eine riesengroße Enttäuschung für uns“, zeigte sich Velbert-Trainer Alexander Voigt auf der anschließenden Pressekonferenz bedient. „Wir stehen vollkommen zu Recht nur auf Rang vier. Sowohl charakterlich, als auch von der Einstellung her bin ich sehr, sehr unzufrieden“, meckerte der Ex-Profi über seine Mannschaft.

Nächsten Sonntag stellt sich der Tabellendritte Bocholt in Velbert vor. Wer das Verfolgerduell verliert, darf sich aus dem Rennen um den Aufstieg in die Regionalliga wohl schon vorzeitig verabschieden.

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Text: Heiko Buschmann

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