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4:1! Am 9. Spieltag der erste Sieg für Schlusslicht FSV Duisburg

Am Tabellenende der Oberliga Niederrhein jubelt der FSV, an der Spitze weiter der VfB Homberg

01.10.2018
Schossen beim ersten Saisonsieg gegen Ratingen (4:1) drei der vier FSV-Tore: Malik Cakmakci (rechts, 2) und Ibrahim Bayraktar (1).
Schossen beim ersten Saisonsieg gegen Ratingen (4:1) drei der vier FSV-Tore: Malik Cakmakci (rechts, 2) und Ibrahim Bayraktar (1). - Foto: FUSSBALL.DE (3), Collage: FVN

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 9. Spieltag am vergangenen Wochenende.

In der Bundesliga ist vorerst Schluss mit der Langeweile, der Siegeszug des Serienmeisters Bayern München gestoppt. Vier Etagen tiefer in der Oberliga Niederrhein aber nimmt derzeit eine Mannschaft die Rolle des Souveräns ein, wie er eigentlich bisher nur von den Profis ganz oben bekannt ist: der VfB Homberg. Nach dem 3:1-Sieg im Spitzenspiel am Sonntag beim vorherigen Tabellenzweiten TSV Meerbusch haben sich die Duisburger am neunten Spieltag vorerst von der Konkurrenz abgesetzt. Schon stolze sieben Punkte beträgt der Vorsprung des VfB aktuell auf den neuen ersten Verfolger, die Sportfreunde Baumberg.

Justin Walker (32.) und Danny Rankl (42.) brachten die Gäste vor 500 Zuschauern in Meerbusch zunächst in Führung, ehe dem Aufsteiger in der 73. Minute durch Benjamin Dohmen der Anschlusstreffer gelang. Kurz vor dem Abpfiff aber machte Thorsten Kogel mit dem 3:1 (87.) für den VfB alles klar. „Ein Riesenkompliment an meine Mannschaft. Unsere Tore fielen zu denkbar guten Zeitpunkten. Die Torausbeute war sehr gut“, freute sich Stefan Janßen nachher und fügt hinzu „Dass das Spiel am Ende nicht 2:2, sondern 3:1 ausgeht, zeigt einfach, dass wir einen Riesenlauf haben.“ Acht Siege und ein Remis zieren die fantastische Zwischenbilanz der Homberger, die bisher lediglich im Topspiel am Vorsonntag gegen die SSVg Velbert die Optimalausbeute von drei Punkten verpassten.

Meerbusch allerdings zeigte trotz der Niederlage, warum mit dem Oberliga-Neuling weiterhin oben zu rechnen ist. „Wir waren die bessere Mannschaft und haben uns einige hundertprozentige Torchancen herausgespielt, die wir allerdings nicht gut genutzt haben“, befand TSV-Trainer Antonio Molina und lobte in der Pressekonferenz nach der Partie seinen Kollegen Stefan Janßen: „Ihr habt euch kontinuierlich herangetastet und seid ganz klar ein Vorbild für unsere Entwicklung.“

Schon etwas abgeschlagen hinter dem Ligaprimus hat sich das Feld neu sortiert. Während Aufstiegsfavorit Velbert (1:3 gegen Baumberg) und auch der 1. FC Bocholt (1:3 bei TuRU Düsseldorf) strauchelten, machten die Sportfreunde Baumberg und die SpVg Schonnebeck Boden gut. Den 4:0-Sieg über den Aufsteiger SC Velbert, der bereits nach einer guten halben Stunde eingetütet war, mussten die „Schwalben“ vom Schetters Busch allerdings teuer bezahlen. Routinier Georgios Ketsatis zog sich eine Fußverletzung zu und musste ins Krankenhaus, die genaue Diagnose steht noch aus. Bei den Schonnebeckern feierte dafür ein Neuzugang mit prominentem Namen sein Debüt: Emre Can. Der Namensvetter des deutschen Nationalspielers in Diensten von Juventus Turin, erst Anfang September von Fortuna Düsseldorf II nach Essen gewechselt, kam in der zweiten Halbzeit zum Einsatz.

Uneingeschränkt gut war die Laune hingegen in Baumberg. Das 3:1 (0:0) in Velbert war bereits der fünfte Sieg hintereinander. „Es ist schon eine Hausnummer, hier zu gewinnen. Das machst du nicht im Vorbeigehen“, gab Sportfreunde-Coach Redouan Yotla zu. Der 34-Jährige, zugleich Sportlicher Leiter bei den Monheimern wurde erst in der vergangenen Woche vom Interims- zum dauerhaften Cheftrainer ernannt.

Großes Aufatmen herrscht derweil beim FSV Duisburg. Nach acht Pleiten in Folge und dem Tausch auf dem Trainerstuhl von Muhammet Isiktas zu Erhan Albayrak holte das Schlusslicht am Sonntag die ersten drei Punkte. Und wie! Beim 4:1 (1:1) gegen Germania Ratingen sendete der Aufsteiger vor allem in der zweiten Halbzeit ein deutliches Lebenszeichen. „Für uns war das Ratingen-Match quasi der erste Spieltag. Jetzt geht es richtig los“, kündigte Ex-Profi Albayrak im Gespräch mit „RevierSport“ an.

Nächste Woche wollen Duisburger im Kellerduell beim Vorletzten SC Düsseldorf-West den nächsten Schritt vom Tabellenende weg machen. Das ist dem VfB Speldorf schon gelungen. Nach fünf Pleiten hintereinander fuhren die Mülheimer mit einem 2:0 (1:0) beim VfB Hilden wichtige drei Zähler ein. „Der Sieg war natürlich wichtig. In der aktuellen Situation zählt für uns jedes Erfolgserlebnis“, erklärte Speldorfs Trainer Christian Mikolajczak.

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Text: FVN

Robert Fleßers erzielte das goldene Tor bei Meerbuschs Auswärtssieg in Nettetal.
Robert Fleßers erzielte das goldene Tor bei Meerbuschs Auswärtssieg in Nettetal. - Foto: FUSSBALL.DE

Die Oberliga Niederrhein ist die höchste vom Fußballverband Niederrhein (FVN) organisierte Spielklasse. Die 18 Teams dieser fünften Liga kämpfen gegen den Abstieg in zwei Landesligen und um den Aufstieg in die Regionalliga West - hier ein Lagebericht nach dem 8. Spieltag am vergangenen Wochenende.

Die Siegesserie ist gerissen, doch der Trainer ist trotzdem stolz auf seine Mannschaft. Nach vom Start weg sieben Dreiern in Folge hat sich der VfB Homberg im Spitzenspiel der Oberliga Niederrhein ein 1:1 (0:1) daheim gegen die SSVg Velbert erkämpft. „Velbert ist ein absolutes Spitzenteam. Wir können nicht für uns in Anspruch nehmen, dass wir sie mal eben rasieren“, erklärte Hombergs Coach Stefan Janßen nach dem Abpfiff gegenüber der „Neuen Rhein Zeitung“ (NRZ). Felix Clever war der umjubelte Last-Minute-Torschütze bei den Duisburgern (hier das Tor und der Jubellauf im Video), nachdem Julian Kray den vermeintlichen Aufstiegsfavoriten bereits in der 8. Minute in Führung gebracht hatte. Bitter für die von Ex-Profi Alexander Voigt betreuten Velberter: Goalgetter Kray sah kurz vor Schluss nach einer Tätlichkeit gegen Metin Kücükarslan Rot. Für die SSVg war es bereits der dritte Platzverweis in Folge.

Kurios: Der VfB Homberg konnte durch das erste Unentschieden seine Pole Position sogar auf vier Punkte Vorsprung ausbauen, weil sich der bisherige Tabellenzweite 1. FC Bocholt daheim eine überraschende 0:4-Pleite gegen den VfB Hilden erlaubte. Zissis Alexandris brachte die Gäste, die mit der Empfehlung von zuvor lediglich fünf Punkten auf ihrem Konto am Hünting antraten, früh in Führung. Tim Tiefenthal, 03-Kapitän Stefan Schaumburg und Talha Demir schraubten das Ergebnis in den letzten 20 Minuten in kaum geglaubte Höhen. „Der Sieg ist verdient, weil wir die Bocholter gut ausgekontert haben“, befand Hildens Coach Marc Bach hinterher im Gespräch mit der „Rheinischen Post“ (RP) und fügte hinzu: „Vielleicht ist der Erfolg aber ein bis zwei Tore zu hoch ausgefallen. Der Gegner hat schon eine sehr gute spielerische Qualität. Wir haben aber die Räume gut schließen und an den richtigen Stellen für Entlastung sorgen können.“

Neuer erster Verfolger von Spitzenreiter Homberg ist nun ein absolutes Überraschungsteam: der TSV Meerbusch. Der TSV Meerbusch setzte sich im Duell der Oberliga-Neulinge bei Union Nettetal mit 1:0 (0:0) durch und feierte den sechsten Erfolg im achten Match. Ex-Profi Robert Fleßers, der einst u.a.bei Borussia Mönchengladbach, beim 1. FSV Mainz 05 und beim FC Ingolstadt unter Vertrag stand und 37 U-Länderspiele für den DFB absolviert hatte, besorgte erst in der 89. Minute per Kopf den Siegtreffer für die Truppe von Trainer Toni Molina. „Der Fußballgott war heute nicht auf unserer Seite“, stöhnte Nettetals Coach Andreas Schwan nach dem Schlusspfiff gegenüber der RP und bemerkte: „Ich habe Meerbusch nicht besser gesehen. Wir waren immer nah dran und hätten auch dreimal in Führung gehen können.“

Im Tabellenkeller konnte derweil Schwarz-Weiß Essen Boden gut machen. Der ETB landete mit einem 2:0 (1:0) gegen das weiterhin punktlose Schlusslicht FSV Duisburg den zweiten Dreier in Folge und verließ mit nunmehr sieben Zählern vorerst die Abstiegsränge.

Dort findet sich völlig ungewohnt der TV Jahn Hiesfeld wieder. Die Dinslakener, in den vergangenen Jahren meist eher Anwärter auf die vorderen Plätze, kehrten mit einer 1:3 (1:1) -Pleite von ihrer Auswärtsfahrt zu TuRU Düsseldorf zurück. „Ich habe den Kaffee so richtig auf. Wenn man kämpft, sieht das für mich anders aus als bei uns momentan“, nahm Jahns-Teammanager Thomas Drootboom gegenüber „RevierSport“ kein Blatt vor den Mund. „Nach dem 1:0 dachten wir, dass wir die Partie nun mal anders gestalten können. Stattdessen spielen wir seit Wochen wie eine Blaskapelle“, meckerte der 52-Jährige. Schließlich sah es für die Hiesfelder an der Feuerbachstraße zunächst gut aus, brachte doch Kevin Corvers die Jungs von Trainer Markus Kaya in der 20. Minute in Führung. TuRU aber drehte durch Treffer von Taoufiq Naciri (38., 74.) und Tim Galleski (54.) die Partie – obwohl die Oberbilker ab der 41. Minute in Unterzahl auskommen mussten. Jacob Ballah ließ sich zu einer Tätlichkeit hinreißen und musste vorzeitig duschen gehen.

Hiesfeld steht am kommenden Sonntag (15 Uhr) unter Zugzwang, wenn der mit nur einem Platz und einem Punkt besser gestellte SC West aus Düsseldorf im Stadion am Freibad gastiert. Der Hit des 9. Spieltags aber findet am 30. September in Meerbusch statt: Auf der Theodor-Mostertz-Sportanlage an der Nierster Straße erwartet der neue Tabellenzweite TSV den VfB Homberg zum Gipfeltreffen der Oberliga Niederrhein.

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Text: FVN

Starkes Gruppenfoto vor Anpfiff: Der VfB Homberg, die SSVg Velbert sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs.
Starkes Gruppenfoto vor Anpfiff: Der VfB Homberg, die SSVg Velbert sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs. - Foto: Henrik Lerch

Oberliga-Topspiel im Dauerregen: Spitzenreiter VfB Homberg traf am Sonntagnachmittag im heimischen PCC-Stadion auf Verfolger SSVg Velbert. Die Partie endete nach sehr viel Regen, großem Kampf und zahlreichen Torchancen 1:1 (0:1).

Julian Kray hatte die Gäste früh in Führung gebracht (8.), das ständige Anrennen des VfB Homberg wurde schließlich sehr spät - in der zweiten Minute der Nachspielzeit - belohnt: Abwehrspieler Felix Clever traf einer Freistoßflanke per Kopf zum vielumjubelten Ausgleich - hier ein Video des Tores und des Jubellaufes.

Der VfB Homberg bleibt mit nun 22 Punkten weiter Tabellenführer in der Oberliga Niederrhein und hat vier Punkte (TSV Meerbusch, 1. FC Bocholt) bzw. fünf Punkte (SSVg Velbert, SC Velbert) Vorsprung auf seine ärgsten Verfolger.

Vor dem Anpfiff der Partie hatten die Spieler beider Teams sowie das Schiedsrichter-Trio um Robin Delfs für ein Gruppenfoto vor der #unitedbyfootball-Bande parat gestanden. Bundesweit hatte es in allen Landesverbänden sowie in den Profiligen einen Aktionsspieltag für die deutsche EURO 2024-Bewerbung gegeben. Am kommenden Donnerstagnachmittag, 27. September, wird von der UEFA bekanntgegeben, ob der DFB oder der türkische Fußballverband die Europameisterschaft im Jahr 2024 ausrichten dürfen.

Zahlen und Daten zur Oberliga Niederrhein

Text und Fotos: Henrik Lerch

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