Fußballverband Niederrhein e.V.
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„Echt ätzend“ Verletzungen durch falsche Markierungssubstanz

ARAG Sportversicherung informiert

22.02.2012
ARAG macht stark

Das erste Spiel der Kreisklasse war für Tommi S. und seine Mannschaft richtig gut gelaufen. Jetzt stand er mit mehreren Kameraden unter der Dusche, als er plötzlich ein Brennen am Rücken und an der Rückseite seiner Beine spürte. Kaum dass er einen Sportkameraden gebeten hatte, zu schauen, ob „irgendwas mit seinem Rücken wäre“, klagten auch schon weitere Spieler über brennende Schmerzen an Beinen, Brust und Armen. Irgendwie schien das Wasser der Dusche die Verletzungen, die sich nach und nach in starker Rötung der Haut zeigten, zu verschlimmern. Bei einigen Spielern war die Haut regelrecht bis aufs Fleisch verätzt.

Die Ursache war schnell gefunden. Bei den Spielen der Jugendmannschaften waren in diesem Fall die Mannschaften selbst für die Markierungsarbeiten zuständig. Da von den vorherigen Spielen nicht mehr ausreichend Kreide auf dem Sportplatz lag, ordnete der Schiedsrichter ein schnelles „Nachkreiden“ an.

Wie es der Teufel wollte, war im Kreideraum keine Markierungskreide mehr, so dass schnelle Hilfe angesagt war. Der anwesende Vater von Tommis Freund Carsten erklärte sich bereit, mal eben zum nächsten Baumarkt zu fahren, um Kreide zu besorgen. Gesagt, getan. Und weil es sich bei dem Vater weder um ein Vereinsmitglied, noch um eine irgendwie geschulte Person handelte, griff er in seiner Unwissenheit zu ungelöschtem Kalk.

Ungelöschter Kalk reagiert in Verbindung mit Feuchtigkeit wie z.B. Regen, Wasser oder Schweiß. (Bitte lesen Sie hierzu auch den Artikel: „Die ARAG Sportversicherung informiert: Vorsicht im Umgang mit ungelöschtem Kalk“.) Die Spieler waren wohl während des Spiels mit dem Kalk in Berührung gekommen. Im Anschluss an das Spiel machten sich die Folgen unter der Dusche erst richtig bemerkbar.

Weil Carstens Vater in diesem Fall als Helfer für den Platzverein agierte, musste dieser sich das fahrlässige Verschulden anrechnen lassen. Gut, dass als Haftpflichtversicherer hinter dem Verein die ARAG Sportversicherung steht. Sie regulierte Behandlungskosten der Krankenkassen, Schmerzensgeld und zusätzliche Aufwendungen der betroffenen Sportler schnell und unbürokratisch.

Wer einmal eine solche Verletzung erlitten hat, wird ganz sicher bei der Platzmarkierung auf die richtige Substanz achten. Alle anderen sollten es auch ohne diese bittere Erfahrung tun.

*Namen von der Redaktion geändert

ARAG Sportversicherung informiert:

Vorsicht beim Umgang mit ungelöschtem Kalk

Auf keinen Fall darf diese in Verbindung mit Feuchtigkeit stark ätzende Substanz zur Markierung von Sportplätzen verwendet werden. Calciumoxid (auch gebrannter Kalk, Branntkalk, ungelöschter Kalk oder Ätzkalk) ist ein weißes Pulver, das in Verbindung mit Wasser mit starker Wärmeentwicklung reagiert. Unglücklicherweise kommt diese Substanz hin und wieder aus Unkenntnis über die gefährliche Wirkung auch zur Markierung von Sportplätzen zum Einsatz.

Was viele nicht wissen: b Ungelöschter Kalk führt in Verbindung mit Feuchtigkeit (u.a. Schweiß) zu schwersten Verbrennungen/Verätzungen. Beim Versetzen von Calciumoxid mit Wasser (oder Feuchtigkeit) können Temperaturen von weit über 100° C auftreten, wodurch thermische Verletzungen erzeugt werden. Befindet sich die Substanz in der Bekleidung, kann sie allmählich auf die Haut einwirken und wird oft erst dann erkannt, wenn sie bereits schmerzhafte Verätzungen verursacht hat.

Im Auge sind diese Verletzungen besonders gefährlich. Achtung: ungelöschter Kalk darf nicht gespült werden, ehe die Kalkpartikel mechanisch vom Auge entfernt wurden, weil sonst der Kalk im Auge gelöscht wird, wodurch große Mengen Wärme frei werden und die Verätzung zur Erblindung führen kann.

Empfehlung für Erste-Hilfe-Maßnahmen: Mechanische Säuberung der Umgebung des Auges, insbesondere der Lider und ggf. Entfernung von Kalkstaub, der an und zwischen den Wimpern hängt, Augenarzt aufsuchen. Sollte es zu einer Verätzung im Mund- und Rachenbereich gekommen sein, ist es wichtig Erbrechen zu vermeiden, da sonst die Chemikalie erneut die bereits betroffene Stelle passieren müsste. Behandlung durch Rettungsdienst und Notarzt.

Bei Kontakt mit der Haut oder der Bekleidung sofort ausziehen, Spuren zunächst mit einem Tuch entfernen und erst danach unter die Dusche gehen. Verätzungen erfordern die Behandlung durch Rettungsdienst und Notarzt.

Immer wieder kommt es vor, dass Helfer mit dem Besorgen von Kreide beauftragt werden und beim Einkauf – oft in Eile - zum falschen Markierungsmittel greifen. Selbstverständlich genießt der Verein in solchen Fällen Versicherungsschutz über die Sport-Haftpflichtversicherung. Helfen Sie mit, dafür Sorge zu tragen, dass es dazu nicht kommen muss!

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