Fußballverband Niederrhein e.V.
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Christian de Groodt, Futsal- und Fußballtorwart vom Niederrhein

Ein echter Typ zwischen den Pfosten!

25.02.2016

Christian de Groodt tanzt mit Vergnügen aufa zwei Hochzeiten: Als Torwrt hält der 26-Jährige den Kasten des niederrheinischen Fußball-Bezirksligisten SV 08/29 Friedrichsfeld möglichst sauber. Und im Futsal hat der 1,85 m große Schnapper eine weitere Leidenschaft entdeckt. Die ihm in Kürze einen der begehrten Plätze in der nagelneuen deutschen Nationalmannschaft bescheren könnte...

Erst seit gut eineinhalb Jahren widmet sich der vielseitige Schlussmann dem Futsal, spielt beim PSV Wesel in der Regionalliga West. „Meistens im Tor, manchmal aber auch im Feld“, sagt er. In der relativ kurzen Zeit als Futsaler hat er es nicht nur in die höchste Futsal-Spielklasse, sondern auch in die niederrheinische Verbandsauswahl geschafft. Gerne fährt der fußballverrückte Voerder dabei (noch) zweigleisig.

„Mit drei Jahren habe ich beim SV 08/29 mit dem Fußballspielen angefangen, war erst Torwart, habe mich in der Jugend aber auch als Feldspieler versucht. Nach drei Schienbeinbrüchen habe ich mich dann aber wieder für die Torwart-Laufbahn entschieden“, erinnert sich Christian de Groodt an seine Anfänge und die ersten Jahre am Ball. Die Vergangenheit als Feldspieler entpuppt sich dabei als großer Pluspunkt. Nationaltorwart Manuel Neuer lässt grüßen.

„Ja, man kann schon sagen, dass zu meinen Stärken - neben dem Torwartspiel auf der Linie - auch das Mitspielen außerhalb des Strafraums zählt“, verrät der Keeper, der in seinem Bezirksliga-Fußballteam außerdem als Elfmeterschütze für Furore sorgt, jüngst im letzten Spiel des vergangenen Jahres vom Punkt zur 1:0-Führung beim 3:0-Sieg im Derby gegen den SV Spellen einnetzte. „Das war mein sechster verwandelter Elfer“, weiß sich de Groodt auch auf den Spuren des treffsicheren Ex-HSV- und -Leverkusen-Tormanns Hans-Jörg Butt, der in der höchsten Spielklasse sogar 26-mal verwandelte.

Beim DFB-Länderpokal in Wedau dabei zu sein, ist schon was Besonderes“

Fußballerisch ausgelastet fühlt sich Christian de Groodt trotzdem nicht. Zum Glück forcieren der DFB und der FVN die rasante Variante des Hallenfußballs. „Der Aufstieg in die Regionalliga war mein erster großer Erfolg im Futsal“, findet de Groodt, dem der zweite schnell folgte: „Beim DFB-Länderpokal in Wedau dabei zu sein, ist schon was Besonderes“, sagte der FVN-Keeper am Rande des Turniers, das erstmals als Sichtungsturnier für die neu zu formierende Futsal-Nationalmannschaft über die Wedau-Bühne ging. Und Begehrlichkeiten weckt bei den ambitioniertesten Futsal-Cracks, die alles dafür taten, dem Sichterteam um Nationaltrainer Paul Schomann positiv aufzufallen.

Apropos auffallen: Kein Problem für Torwart de Groodt. Wenn sich der 1,85-Schlacks im schwarzen Kapuzenpullover mit dem Ball am Fuß in den Angriff einschaltet, zwei, drei Gegner umdribbelt und den Tempogegenstoß mit einem feinen Pass auf den einschussbereiten Mitspieler abschließt, geht meist ein Raunen über die Tribüne - so muss es einst auch beim durch diese Ausflüge bekannt gewordenen „Radi“ Radenkovic gewesen sein...

Begeistert von den Auftritten seines Schützlings ist auch der Trainer der Futsal-Niederrheinauswahl: „Christian ist nicht nur unglaublich reaktionsschnell und als Futsal-Torwart ungemein lernwillig. Er ist auch so ein ,positiv Verrückter‘, der bei aller Top-Leistung immer locker ist, Spaß am Spiel hat und mit seiner Art gute Laune verbreitet“, bescheinigt Coach Steffen Bonnekamp seinem Schnapper obendrein auch noch Sepp-Maier-Qualitäten...

Christian de Groodt, der als Zerspanungsmechaniker arbeitet und - wenn's Fußball und Futsal erlauben - sich gerne mit Freunden trifft, ins Kino, in die Sauna oder ins Stadion zu seinem Lieblingsverein Borussia Dortmund geht, weiß, dass er sich bei seinen Futsal-Ambitionen entscheiden muss: „Wenn ich es tatsächlich in die neue Nationalmannschaft schaffen sollte, ist es selbstverständlich, dass es dann nur noch Futsal für mich geben würde.“

In Friedrichsfeld werden sie da wohl ins Schwitzen geraten. Denn die großartige Nachricht erreichte Christian de Groodt knapp eine Woche nach dem Futsal-Sichtungsturnier: Für den DFB-Lehrgang vom 16. bis 18. Februar im hessischen Grünberg wurden 30 Futsal-Cracks nominiert - einer von ihnen ist der 26-jährige Niederrhein-Keeper, der mit Vergnügen auf zwei Hochzeiten tanzt...

[Text und Fotos: R.Zinsel, Gestaltung: F.B.]

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