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Wasser marsch!

ARAG Sportversicherung informiert

23.04.2012
www.arag-sport.de
www.arag-sport.de - Foto: ARAG

Das hätte sich Erich H. nach 24 Jahren als Schiedsrichter auch nicht träumen lassen: Zum ersten Mal in seinem Leben war er Beteiligter in einem Gerichtsverfahren, verklagt auf Schadenersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro. Diese hohe Summe forderte der Spieler eines Fußballvereins von ihm und dem gastgebenden Verein, dem FSV.

Der Linksaußen und Kläger des gegnerischen FCN hatte sich in einem Pokalspiel schwer verletzt, war auf dem nassen Rasen bei einer Flanke ohne gegnerische Einwirkung mit dem Standbein weggerutscht und hatte sich dabei einen Kreuzbandriss im linken Knie zugezogen. Im Nachhinein forderte er vom Schiedsrichter und dem für den Zustand des Platzes verantwortlichen FSV 3.000 Euro Schadensersatz für ärztliche Behandlungskosten und seinen Verdienstausfall sowie 7.000 Euro an Schmerzensgeld.

Dabei stützte sich der verletzte Stürmer auf die Behauptung, dass das Spiel nie und nimmer hätte angepfiffen werden dürfen, weil der Platz an einigen Stellen fast 10 cm unter Wasser gestanden habe. Seiner Meinung nach hätte der Heimverein das Spiel von Vornherein absagen müssen. Zudem habe der Schiedsrichter Erich H. die Platzverhältnisse nicht gründlich genug geprüft.

Der FSV meldete den Vorgang dem zuständigen Sport-Haftpflicht-Versicherer, der ARAG in Düsseldorf. Es kam zum Prozess. Der von der ARAG beauftragte Rechtsanwalt Dr. Lex* übernahm die Rechtsvertretung sowohl des FSV, als auch des mitversicherten Schiedsrichters.
Dort argumentierte Rechtsanwalt Lex, dass der Beweis, die bedauerliche Verletzung des Klägers sei ursächlich den Platzverhältnissen zuzuordnen, nicht geführt worden sei. Der Platz wäre außerdem vorschriftsmäßig kontrolliert worden, und es habe von keiner Seite, auch nicht vom Verein des Klägers oder anderen Spielern Einwände gegeben.

Der Richter, selbst ein ehemaliger Fußballer, machte im Rahmen eines richterlichen Hinweises deutlich, dass er erhebliche Zweifel an den Erfolgsaussichten der Klage habe. „Sie müssen die Kausalität zwischen den Platzverhältnissen und der Verletzung herstellen“, sagte er in Richtung des Klägers. Dies sei aber kaum zu machen. Schon die Menge Wasser, die auf dem Platz gestanden haben soll, sei nicht nachzuweisen. Die vorgelegten Fotos jedenfalls ließen die vom Kläger geschätzte Menge Wasser nicht erkennen. Außerdem habe sich ja nur der eine Spieler verletzt, nicht aber die 21 anderen. Das könne zum Beispiel auch am schlechten Schuhwerk des Klägers liegen, meinte der Richter. Außerdem sei Fußball ein Freiluftsport. So habe es auch bei der Weltmeisterschaft 1974 im Frankfurter Waldstadion eine berühmte „Wasserschlacht“ gegeben - BRD gegen Polen (1:0) - und niemand wäre damals auf die Idee gekommen, das Spiel wegen erhöhter Verletzungsgefahr ausfallen zu lassen.

Der Richter hatte außerdem nach vergleichbaren Fällen in der deutschen Rechtssprechung gesucht. „Die Spieler sind sich bewusst, dass Verletzungen möglich sind“, heißt es in einem anderen Fall wegen problematischer Platzverhältnisse. Das Landgericht hätte im Falle eines Urteils zugunsten des Klägers für einen Präzedenzfall mit bundesweitem Aufsehen gesorgt. „Dann könnte in Zukunft ja jeder verletzte Spieler den Schiedsrichter oder den Platzverein verklagen“, sagte der Richter und legte die Rücknahme der Klage nahe. Dem folgte der Kläger letztlich. Erich H. war jedenfalls erleichtert: „Dass es so gut ausgeht, habe ich bis zuletzt nicht geglaubt. Wie gut, dass die Sport-Haftpflichtversicherung der ARAG hinter uns stand!“ sagte er.

Zur Abwehr von unberechtigten Ansprüchen sorgt die ARAG im Rahmen der Sport-Haftpflichtversicherung notfalls auch für eine ordnungsgemäße Prozessführung: Vom Prozesskostenrisiko werden die Versicherten dabei gemäß den Vertragsbedingungen völlig freigestellt.


* Namen von der Redaktion geändert