Futsal am Niederrhein
Mehr als nur "Hallenfußball"

Was ist Futsal?

Futsal wird ganzjährig in der Halle gespielt, in warmen Regionen auch auf geeigneten Hartplätzen unter freiem Himmel. Futsal vereint die besten spielerisch-taktischen Eigenschaften des Fußballs mit sinnvollen Regelideen aus anderen Sportarten zu einem extrem fairen, schnellen, taktisch und technisch anspruchsvollen Spiel.
Kontrolliertes, schnelles Kurzpassspiel mit einem etwas kleineren, sprungreduzierten Ball, strengen Regeln, die Grätsch-Attacken auf den Körper des Gegners verbieten, mindern das Verletzungsrisiko erheblich, führen zu eindeutigeren Bewertungen bei Regelübertretungen und dadurch zu weniger Streitigkeiten. Dennoch ist Futsal kein "körperloses Spiel".
Fouls werden dem ganzen Team angelastet und eine Nettospielzeit verhindert jede Art von Spielverzögerung – aber auch jede Möglichkeit einer „Verrschnaufpause“ auf dem Feld. Die Konzentration auf das Spielerische und Läuferische, auf taktische Disziplin und flüssiges Zusammenspiel steht im Vordergrund, denn nur so sind im Futsal Erfolge zu erzielen.
Aber auch beim Futsal gilt: „Das Runde muss ins Eckige" oder „Ohne Fleiß kein Preis“.
Geleitet werden Futsal-Spiele immer von mehreren speziell ausgebildeten Schiedsrichtern. Zwei sind jeweils auf dem Spielfeld aktiv, ein weiterer Schiedsrichter und evtl. ein Zeitnehmer unterstützen an der Seitenlinie.

Ein Beitrag des Mönchengladbacher Regionalsenders "Cityvision" aus dem Juli 2011 zeigt am Beispiel des Teams "Furious Futsal Mönchengladbach", was Futsal ausmacht:

Das macht Futsal aus:

Futsal ist besonders fair: Durch Härte kann keine spielerische Schwäche wettgemacht werden. Es gibt strenge und klare Foulregeln, Futsal ist aber kein „körperloses“ Spiel.

Futsal ist besonders schnell: Das beständig hohe Tempo durch die Nettospielzeit erfordert rasante Balltechnik und blitzschnelles Denken, sowie raschen Spielaufbau über wenige Stationen und ein ausgeprägtes Feingefühl für Positionsspiel.

Futsal ist besonders intensiv: Es kommt ständig zu spielentscheidenden Situationen. Von allen Spielern wird ein sehr hohes Maß an Konzentration, Technik, Bewegungsfähigkeit & Kondition gefordert.

Futsal ist besonders spannend: Als echter Thriller für Zuschauer bietet Futsal durch die geringe Größe des Spielfeldes ständig Torraumszenen und ein unablässiges Auf und Ab, ähnlich wie beim Handball, Basketball oder Eishockey. Verbunden mit vielen Toren und einem stets möglichen Umschlagen der Vorteile für beide Teams bleibt Futsal über die gesamte Spieldauer spannend.

Futsal ist jung: Futsal ist in Deutschland eine aufstrebende, erfrischende Sportart. Zudem eignet sich Futsal hervorragend zur Heranführung und Ausbildung von Kindern im frühen Schulalter, wie durch sportwissenschaftliche Studien in Deutschland und weltweit mehrfach nachgewiesen wurde.

Futsal ist perfektioniertes Teamwork: Kein Bankdrücken, sondern fliegende Wechsel: Jeder Spieler muss möglichst umfassend ausgebildet sein, denn er bekommt sehr viel Einsatzzeit auf vielen Positionen. Trotz der hohen technischen Fähigkeiten der Futsalspieler ist auch hier ohne Teamgeist nichts zu gewinnen.

Futsal fordert und fördert: Selbst für gänzlich fußballunerfahrene Neulinge ist Futsal überdurchschnittlich schnell zu erlernen. Spielunerfahrene lassen sich deutlich leichter und trotzdem produktiv in ein Team integrieren.

Futsal ist etwas für Frauen, Männer und Kids: Viele Frauen- und Jugendteams in Deutschland spielen schon seit etlichen Jahren ausschließlich nach den Regeln des Futsals wenn sie in der Halle antreten – auch wenn sie es nicht so nennen.

Futsal ist wetterunabhängig: Das Spiel mit dem kleineren und sprungreduzierten Ball wird ausschließlich in Sporthallen gespielt. Durch diese Unabhängigkeit von gutem Wetter kann eine regelmäßige Durchführung der Spiele in jeder Spielklasse gewährleistet werden. Auch für die Zuschauer ist es angenehmer rasanten fußballbasierten Sport ohne Frieren und Nassregnen erleben zu können.

Das Futsal-Regelwerk

Wie sehen also die "andersartigen" Futsal-Regeln im Detail aus? Ist Futsal etwa kompliziert zu erlernen? Dazu ein klares NEIN! Futsal-Regeln sind eindeutiger und in vielen Situationen unstrittiger als Fußball-Regeln, so dass die Regeln a) viel leichter zu behalten sind und sich b) die Spieler sogar ohne Schiedsrichter fair und schnell einigen können.

Hier sind ein paar der wichtigsten Regeln in einer leicht vereinfachten Übersicht:

  • Das Spielfeld ist ungefähr so groß wie ein Handballfeld.
  • Die Tore sind so groß wie Handballtore.
  • Der Spielball hat Größe 4, ist mit weniger Luftdruck befüllt und dadurch sprungreduziert.
  • Das Spiel wird von 2 Schiedsrichtern auf dem Feld, einem Zeitnehmer und einem Schreiber am Zeitnehmertisch geleitet.
  • Das Spiel dauert 2x20 Minuten netto, d.h. die Uhr wird bei jeder Spielunterbrechung (Seitenaus, Standardsituationen etc.) gestoppt.
  • Gespielt wird mit Seiten- und Toraus, ohne Bande.
  • Es gibt kein Abseits.
  • Der Strafraum entspricht dem 6-Meter-Kreis beim Handball.
  • Eine Futsal-Mannschaft besteht aus 4 Feldspielern und 1 Torwart.
  • Ein Mannschaftskader pro Spiel besteht aus den 5 Spielern und maximal 10 Auswechselspielern, inkl. Torhüter.
  • Es darf fliegend gewechselt werden, wobei es eine markierte Wechselzone vor jeder Bank zwingend beachtet werden muss.
  • Grätschen, andere Sliding Tacklings gegen den Mann sind verboten. Grätschen und Sliding Tacklings zum Blocken eines Balls in Entfernung zum Gegenspieler sind erlaubt.
  • Alle ansonsten im Feldfußball erlaubten Zweikämpfe sind auch beim Futsal erlaubt.
  • Alle Foulspiele, die einen Freistoß nach sich ziehen, werden dem gesamten Team angelastet.
  • Jedes Team darf maximal 5 Teamfouls pro Halbzeit begehen. Beim 6. Teamfoul und für jedes weitere erhält die Mannschaft des Gefoulten einen 10-Meter-Strafstoß.
  • Foulspiele im Strafraum werden mit einem 6-Meter-Strafstoß geahndet.
  • Es gibt persönliche Verwarnungen und Strafen gegen Spieler, die wiederholt gegen Foulspiel- und Fairness-Regeln verstoßen (Gelbe, gelb-rote und rote Karten).
  • Überquert der Ball die Seitenlinie oder berührt er die Hallendecke, wird das Spiel per Einkick fortgesetzt.
  • Für die Ausführung von Standardsituationen (Freistöße, Eckstöße, Einkicks, Torabschläge, Strafstöße) hat jeder Spieler immer nur 4 Sekunden Zeit (die Schiedsrichter zählen sichtbar mit).
  • Bei Seitenaus und Eckstößen muss der Ball bis zur Ausführung auf der Linie, der Spieler außerhalb des Spielfelds, hinter der Linie, bleiben.
  • Rückpassregel: Der Torwart darf, nachdem er das Spiel eröffnet hat, nicht wieder von seinem Mitspieler angespielt werden, erst wenn ein gegnerischer Spieler den Ball gespielt hat - oder wenn er selbst in die gegnerische Hälfte kommt.
  • Der Torwart darf Abwürfe und Abschläge über die Mittellinie machen und als "flying goalkeeper" mitspielen. In der eigenen Hälfte darf er den Ball maximal 4 Sekunden führen.
  • Jedes Team kann pro Halbzeit eine Auszeit nehmen, die 1 Minute dauert.
  • Nach einem Torerfolg wird das Spiel mit einem Mittelanstoß fortgesetzt, der mit einem "Fair Kick" ausgeführt werden kann. Dabei spielt die ballbesitzende Mannschaft den Ball zum Gegner, der ihn zurückspielt bevor das Spiel fortgeführt wird.
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