Fußballverband Niederrhein e.V.
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Integration mit Energie bei "alten Bekannten"

Rhenania Hamborn gilt als Vorzeigeklub in Sachen Integration

01.08.2011
Integration mit Energie

Geht es um Integration im FVN, tauchen die Namen Cafer Kaya und Rhenania Hamborn zwangsläufig auf. Rhenania Hamborn ist in Sachen Integration schon seit vielen Jahren ein Vorzeigeklub des Fußballverbandes Niederrhein. „Integration mit Energie“ wird hier vorgelebt und dient vielen anderen Vereinen als Vorbild. Beim alljährlichen Familiensporttag des Vereins schauten die Stadtwerke Düsseldorf und FVN daher gerne vorbei.

Mit der Aktion „Integration mit Energie“ rücken die Stadtwerke Düsseldorf und der Fußballverband Niederrhein Vereine in das Licht der Öffentlichkeit, die in ihrer täglichen Arbeit viel Energie darauf verwenden Integration durch Sport zu leisten. Dass Rhenania Hamborn dies tut, steht außer Frage, auch wenn der Hamborner Klub sich schon vielfach die Frage gefallen lassen musste, wie man bei knapp 90% Anteil von Mitgliedern mit migrantischem Hintergrund überhaupt von Integration reden können – schließlich ist man dort unter sich. Doch der Schein trügt und schon der Besuch des Rhenania-Familiensporttages zeigte, dass hier das Miteinander der Kulturen und der korrekte Umgang miteinander gefördert wird.

Auf dem Vereinsgelände, das zwischen einem der bekanntesten Migranten-Stadtteile der Republik – Duisburg-Marxloh – und dem altehrwürdigen Hamborn liegt, brutzelte ein Dönerspieß im Einklang mit orientalischer Musik. Die türkische Prägung ist dem Vereinsumfeld deutlich anzumerken und doch will der Vorsitzende Cafer Kaya ein Selbstverständnis als „Migranten-Verein“ nicht akzeptieren. „Wir machen Kultur-Fahrten und Wochenendtrips, bei denen wir nicht nur das Miteinander stärken wollen, sondern auch Wert darauf legen, deutsche Kultur und korrekte Umgangsformen auf und neben dem Platz zu vermitteln“, erklärt Kaya, der zwischen der Turnierleitung des Familiensporttages kaum die Zeit finden konnte, sich anderem zu widmen. Doch viele Worte benötigte es gar nicht – denn die Beobachtung reichte in diesem Fall. Bei dem gut besuchten Familiensporttag konnte man sehen, wie türkische Musik und deutscher Jugendfußball zu einem friedlichen kulturenübergreifenden Fest werden können. Auf dem Platz spielten Kinder verschiedener Nationalitäten fröhlich miteinander Fußball, reichten sich fair die Hände und genossen den Spaß am Sport. Die Eltern am Spielfeldrand sprachen miteinander – Türken, Deutsche, Afrikaner – und litten gemeinsam mit dem Bambini-Torhüter, der ein ums andere Mal hinter sich greifen musste.

Integration mit Energie

Rhenania Hamborn hat es aber nicht nur durch das einfache „gemeinsame Fußballspielen“ in DFB-Broschüren, bei Podiumsdiskussionen und 2008 zum 3.Platz beim DFB&Mercedes-Benz Integrationspreis gebracht. Der Verein stellt sich gut auf. Der Vorstand, der sich selbst ständig fortbildet, Ideen entwickelt und Gespräche sucht, setzt im sportlichen Bereich auf qualifizierte Trainer, die nicht nur wissen mit südländischem Temperament umzugehen, sondern auch pädagogisch auf die Kinder einwirken. In der familiären Atmosphäre des Vereins nehmen sie somit eine Vorbildfunktion ein – indem die Integration ein wichtiger Bestandteil ist. „Wir sprechen regelmäßig miteinander um Probleme zu lösen, ob im Verein oder im privaten Umfeld. Wir sind über den Verein zusammengewachsen und möchten jeden mitnehmen, der Lust hat bei uns Fußball zu spielen.“ Warum das ausgerechnet 90% „Migranten“ sind, erklärt sich zum einen aus der Zusammensetzung des Stadtteils, zum anderen aber auch daher, dass es schwer ist, „Nicht-Migranten“ im Verein zu halten. „Wir haben über eine Schulkooperation zahlreiche Mädchen für unsere Mannschaften gewinnen können, die nach einem Schulbesuch auch alle zu uns an die Anlage kamen. Trotz unserer Bemühungen, den Kindern eine sportliche Heimat zu bieten und sie bestmöglich einzubinden, fühlten sie sich aufgrund des hohen Migrantenanteils wohl einfach nicht wohl und kamen nicht wieder“, erzählt Kaya. Ein Teufelskreis, denn die Prozentzahlen können sich so kaum verschieben. „Wir wollen nun mit mehr deutschen Trainern arbeiten, um diese Bezugspunkte zu schaffen und hoffen darauf, dass die Trainer auch einige Spieler und Spielerinnen mit zum Verein bringen.“

Neben Kulturprogramm, pädagogischen Ansätzen und der Vorbildfunktion der Verantwortlichen setzt Rhenania auch weiterhin auf die Gemeinschaft, in der jeder herzlich willkommen ist – ob mit migrantischem Hintergrund oder nicht. „Mir ist wichtig, dass die Kinder hier nicht nur das Fußball spielen lernen, sondern auch eine Unterstützung erhalten, gute Menschen zu sein.“

Stadtwerke Düsseldorf

Integration mit Energie“ präsentiert Vereine des Niederrheins, die in ihrer alltäglichen Arbeit viel Energie in die Integration stecken! Hier sollen die Vereine vorgestellt werden, die nicht durch einmalige Aktionen auffallen, sondern durch kontinuierliche und vorbildliche Integrationsarbeit im Alltag eines Fußballvereins.

Der Zugang zur Aktion ist extra leicht gestaltet, denn es soll nicht am komplizierten Bewerbungsverfahren liegen, dass den Verantwortlichen der Stadtwerke Düsseldorf und des Fußballverbandes Niederrhein ein Verein durch die Lappen geht. Ein bis zwei Sätze mit der Einleitung „Wir betreiben Integration mit Energie, weil...“ an hambuechen@fvn.de genügen und schon bald macht sich der FVN-Pressechef bei Ihnen über Ihren Verein schlau.

Vorgestellte Vereine erhalten als Dankeschön ein attraktives Paket der Stadtwerke Düsseldorf, am Ende der Saison wird ein Verein für die geleistete Arbeit besonders geehrt. „Dafür lassen wir uns eine besondere Überraschung einfallen!“ verrät André Jakoby aus der Zentrale der Stadtwerke Düsseldorf. Also nichts wie an den PC und den eigenen Verein per Email vorschlagen!